ÜBER TAEKWON-DO

Turnverein Planegg-Krailling von 1907 e.V.

Das traditionelle Taekwondo – Bedeutung und Inhalt

1. Taekwondo

BedeutungTaekwondo ist eine koreanische Kampfkunst, die sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt hat. Wörtlich übersetzt bedeutet Taekwon-Do der „Weg des Fußes und der Hand“.

Das Taekwondo ist, da es ohne Kontakt ausgeführt wird, für alle Alterstufen geeignet. Kinder erlernen Disziplin und steigern ihre Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit. Erwachsene erlernen zusätzlich ihre Schnellkraft und durch die stetige Bewegung ihr Wohlbefinden. Oberstes Ziel ist die Gesundheit und der Einklang von Körper, Seele und Geist!

2. Das traditionelle Taekwondo nach Großmeister Kwon, Jae-Hwa (7. Dan)

Sein Name ist im Taekwondo so bekannt, wie kaum ein anderer. Seine besondere Art Schüler zu unterrichten, die Fähigkeit im Umgang mit Menschen und seine eigene Philosophie sind das, was den Menschen Kwon, Jae-Hwa ausmacht.

Kwon, Jae-Hwa wurde 1937 in Pusan (Südkorea) geboren. Sein außergewöhnliches Talent fiel bald auf und er wurde von General Choi, Hong Hi (9. Dan) persönlich unterrichtet. Nach Abschluss seines Studiums als Journalist widmete er sich vollends dem Taekwondo.

Mit 29 Jahren war er Mitglied des o. g. Demonstrationsteams. Als das Taekwon-Do in der westlichen Welt lediglich als „Kampfsport“ bzw. normale Sportart propagiert wurde, entschloss er sich die ursprüngliche Form zu unterrichten, nämlich das Streben nach Vervollkommnung von Idee, Form und Technik. Kwon, Jae-Hwa ist überzeugter Vertreter des traditionellen und ursprünglichen Taekwondo.

Mittlerweile lebt Kwon, Jae-Hwa in Portland (USA) und fliegt, trotz seines fortgeschrittenen Alters, regelmäßig nach Deutschland, um bundesweit Lehrgänge abzuhalten.

3. Bestandteile des traditionellen Taekwondo

Die Form – „Hyong“
Das Hyongtraining ist grundlegendes Element im täglichen Unterricht. Es handelt sich hier um eine festgelegte Abfolge von Abwehr- und Kontertechniken. Die einzelnen Bewegungen stellen den Kampf mit einem imaginären Gegner dar. Das Durchlaufen einer Hyong trainiert Atmung, Einfühlungsvermögen, Vorstellungskraft und Konzentration.

Im TWIN-Taekwondo wird ein aus 24 Hyongs bestehendes System gelehrt. Die Bewegungsanzahl der Hyongs variiert zwischen 19 (1. Hyong) und 72 Bewegungen (21. Hyong). Hinter einer jeden Hyong verbirgt sich ein Teil der Geschichte von Korea.

Der Freikampf – „Taeryon“
Der Freikampf oder das Sparring ist die Anwendung der gelernten Techniken am Gegner. Es existieren verschiedene Sparringsformen.

Der Einschrittkampf („Ilbo Taeryon“) ist eine Kampfform, bei der Angriff und die Verteidigung strengen Regeln unterliegen. Der Verteidiger begegnet dem festgelegten Angriff mit unterschiedlichen Kontern. So kann er die Zweckmäßigkeit seiner Techniken prüfen und sie am Partner präzise üben.

Der Freikampf („Chayo Taeryon“) stellt die nächste Entwicklungsstufe dar, wobei das Wechselspiel der Kontrahenten fließend und nicht vorherbestimmt ist. Der Freikampf gehorcht lediglich einer Reihe von Wettkampfregeln, mit der Aufgabe, die miteinander Übenden optimal zu schützen und Disziplin, Fairness und Höflichkeit im Rahmen einer Auseinandersetzung zu entwickeln.

Der Freikampf wird im traditionellen Taekwondo ohne Kontakt ausgeführt. So fordert das Abfangen der Schläge kurz vor dem Ziel von den Übenden höchste Konzentration und Körperbeherrschung. Gegenüber dem Vollkontaktkampf anderer Systeme (z.B. Wettkampf-Taekwondo), bei dem die Vielzahl der möglichen Bewegungen nur auf einige wenige, punktbringende Techniken beschränkt bleibt, wird durch den kontaktlosen Freikampf die volle Breite aller Bewegungsmöglichkeiten ausgeschöpft.
Der Kampf soll Ausdauer, Kreativität, Wahrnehmungsfähigkeit und Flexibiliät fördern. Darüber hinaus werden Mut und Widerstandskraft geschult.

Der Bruchtest – „Kyek Pa“
Der Bruchtest ist, im Gegensatz zu Form und Freikampf, kein Bestandteil des Trainings.

Der Kyek-Pa ist Gradmesser für die geistige Entwicklung des Ausführenden. Ziel eines Bruchtests ist es nicht, Materie mit roher Gewalt zu zerstören, sondern die Lücke zwischen Körper und Geist zu schließen. D. h., der Bruch der Materie wird im Kopf konzipiert und vom Körper vollzogen. Misslingt der Bruchtest, so kann dies ein Zeichen dafür sein, dass des dem Schüler noch nicht gelungen ist,  diese Kluft zu schließen. Zudem demonstriert der Bruchtest dem Außenstehenden die gewaltige Kraft und Effizienz der Technik.

Der Bruchtest fördert die Präzision, die Konzentration, den Willen und die geistige Kraft.

Die Selbstverteidigung – „Hosinsul“
Die Selbstverteidigung im traditionellen Taekwondo ist, ähnlich dem Bruchtest, kein tragender Bestandteil des Trainings, obwohl durchaus spezielle Selbstverteidigungstechniken im Training gelehrt werden. Das ständige Training verschafft einem die nötige physische und psychische Grundlage, sich in Konfliktsituationen verteidigen zu können.

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