ÜBER TAEKWON-DO

Turnverein Planegg-Krailling von 1907 e.V.

Das traditionelle Taekwon-Do – Geschichte und Hintergrund

1. Historie

Taekwon-Do ist eine koreanische Kampfkunst, die sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt hat. Wörtlich übersetzt bedeutet Taekwon-Do der „Weg des Fußes und der Hand“.

Damals war Korea in drei Königreiche aufgeteilt und die zwei „schwächeren“ Teile mussten einen Weg finden sich gegenüber dem militärisch und wirtschaftlich „übermächtigen“ Teil zur Wehr zu setzen. Zu diesem Zweck wurde vom König Ching-Hung im 6. Jhd. n. Chr. das Hwarang-Do gegründet – eine Organisation, in der talentierte Jugendliche der damaligen Zeit aufgenommen und im Zen unterrichtet wurden. Das vordergründige Ziel war dabei dem Gegner durch Förderung von Kunst, Wissenschaft und auch der Selbstverteidigung geistige und körperliche Überlegenheit zu demonstrieren. Damit war der Grundstein des heutigen Taekwond-Do (ursprünglich „Taekyon“) gelegt. Die erfolgreiche Bewegung führte schließlich zur friedlichen Vereinigung der drei Königreiche.

In den folgenden Jahrhunderten wurde das Taekwon-Do weitergepflegt und vervollkommnet. Mit Beginn des 14. Jhd. kam es zu einer Stagnation und das Taekwon-Do wurde nur noch von einzelnen Gruppen am Leben gehalten.

Erst im Jahre 1910, als japanische Truppen Korea besetzten und damit erneut eine Bedrohung von außen präsent war, blühte das Taekwon-Do wieder auf. Der erfolgreiche Widerstand führte zur Niederlage Japans im Jahre 1945.

Aufgrund dieser Erfahrung entschloss man sich, das Taekwon-Do, unter der Führung des Generals Chong, Hong Hi, neu zu organisieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Schließlich brach 1965 eine Abordnung höchster Danträger von Korea auf, um das Taekwon-Do in der ganzen Welt zu verbreiten. Mitglied dieser Delegation war auch Großmeister Kwon, Jae-Hwa. Seit dieser Zeit wird diese koreanische Kampfkunst auch in Europa unterrichtet.


2. Das traditionelle Taekwon-Do nach Großmeister Kwon, Jae-Hwa (7. Dan)

Sein Name ist im Taekwon-Do so bekannt, wie kaum ein anderer. Seine besondere Art Schüler zu unterrichten, die Fähigkeit im Umgang mit Menschen und seine eigene Philosophie sind das, was den Menschen Kwon, Jae-Hwa ausmacht.

Kwon, Jae-Hwa wurde 1937 in Pusan (Südkorea) geboren. Sein außergewöhnliches Talent fiel bald auf und er wurde von General Choi, Hong Hi (9. Dan) persönlich unterrichtet. Nach Abschluss seines Studiums als Journalist widmete er sich vollends dem Taekwon-Do.

Mit 29 Jahren war er Mitglied des o. g. Demonstrationsteams. Als das Taekwon-Do in der westlichen Welt lediglich als „Kampfsport“ bzw. normale Sportart propagiert wurde, entschloss er sich die ursprüngliche Form zu unterrichten, nämlich das Streben nach Vervollkommnung von Idee, Form und Technik. Kwon, Jae-Hwa ist überzeugter Vertreter des traditionellen und ursprünglichen Taekwon-Do.

Mittlerweile lebt Kwon, Jae-Hwa in Portland (USA) und fliegt, trotz seines fortgeschrittenen Alters, regelmäßig nach Deutschland, um bundesweit Lehrgänge abzuhalten.

Das traditionelle Taekwon-Do ist, da es ohne Kontakt ausgeübt wird, für alle Altersstufen geeignet. Kinder erlernen Disziplin und steigern ihre Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit. Erwachsene steigern zusätzlich ihre Schnellkraft und durch die stetige Bewegung ihr Wohlbefinden.


3. Bestandteile des traditionellen Taekwon-Do

Die Form – „Hyong“
Das Hyongtraining ist grundlegendes Element im täglichen Unterricht. Es handelt sich hier um eine festgelegte Abfolge von Abwehr- und Kontertechniken. Die einzelnen Bewegungen stellen den Kampf mit einem imaginären Gegner dar. Das Durchlaufen einer Hyong trainiert Atmung, Einfühlungsvermögen, Vorstellungskraft und Konzentration.

In den Taekwon-Do Schulen von Großmeister Kwon wird ein aus 20 Hyongs bestehendes System gelehrt. Die Bewegungsanzahl der Hyongs variiert zwischen 19 (1. Hyong) und 68 Bewegungen (13. Hyong). Hinter einer jeden Hyong verbirgt sich ein Teil der Geschichte von Korea.

Der Freikampf – „Taeryon“
Der Freikampf oder das Sparring ist die Anwendung der gelernten Techniken am Gegner. Es existieren verschiedene Sparringsformen.

Der Einschrittkampf („Ilbo Taeryon“) ist eine Kampfform, bei der Angriff und die Verteidigung strengen Regeln unterliegen. Der Verteidiger begegnet dem festgelegten Angriff mit unterschiedlichen Kontern. So kann er die Zweckmäßigkeit seiner Techniken prüfen und sie am Partner präzise üben.

Der Freikampf („Chayo Taeryon“) stellt die nächste Entwicklungsstufe dar, wobei das Wechselspiel der Kontrahenten fließend und nicht vorherbestimmt ist. Der Freikampf gehorcht lediglich einer Reihe von Wettkampfregeln, mit der Aufgabe, die miteinander Übenden optimal zu schützen und Disziplin, Fairness und Höflichkeit im Rahmen einer Auseinandersetzung zu entwickeln.

Der Freikampf wird im traditionellen Taekwon-Do ohne Kontakt ausgeführt. So fordert das Abfangen der Schläge kurz vor dem Ziel von den Übenden höchste Konzentration und Körperbeherrschung. Gegenüber dem Vollkontaktkampf anderer Systeme (z.B. Wettkampf-Taekwondo), bei dem die Vielzahl der möglichen Bewegungen nur auf einige wenige, punktbringende Techniken beschränkt bleibt, wird durch den kontaktlosen Freikampf die volle Breite aller Bewegungsmöglichkeiten ausgeschöpft.
Der Kampf soll Ausdauer, Kreativität, Wahrnehmungsfähigkeit und Flexibiliät fördern. Darüber hinaus werden Mut und Widerstandskraft geschult.

Der Bruchtest – „Kyek Pa“
Der Bruchtest ist, im Gegensatz zu Form und Freikampf, kein Bestandteil des Trainings.

Der Kyek-Pa ist Gradmesser für die geistige Entwicklung des Ausführenden. Ziel eines Bruchtests ist es nicht, Materie mit roher Gewalt zu zerstören, sondern die Lücke zwischen Körper und Geist zu schließen. D. h., der Bruch der Materie wird im Kopf konzipiert und vom Körper vollzogen. Misslingt der Bruchtest, so kann dies ein Zeichen dafür sein, dass des dem Schüler noch nicht gelungen ist,  diese Kluft zu schließen. Zudem demonstriert der Bruchtest dem Außenstehenden die gewaltige Kraft und Effizienz der Technik.

Der Bruchtest fördert die Präzision, die Konzentration, den Willen und die geistige Kraft.

Die Selbstverteidigung – „Hosinsul“
Die Selbstverteidigung im traditionellen Taekwon-Do ist, ähnlich dem Bruchtest, kein tragender Bestandteil des Trainings, obwohl durchaus spezielle Selbstverteidigungstechniken im Training gelehrt werden. Das ständige Training verschafft einem die nötige physische und psychische Grundlage, sich in Konfliktsituationen verteidigen zu können.

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